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| KONZERTREVIEWS |
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| Ska-P Konzert in Lustenau (Szene Openair) - 20.08.2006 |
| Ska-P Konzert in Lindau (Vaudeville) - 05.12.2003 |
| Ska-P Konzert in St. Gallen (Openair) - 28.06.2003 |
| Ska-P Konzert in Chiasso (Palaghiaccio) - 27.04.2003 |
| Ska-P Konzert in Buchs (Fabriggli) - 17.08.2002 |
| Ska-P in Lustenau, 20.08.2006 |
Das Szene-Openair in Lustenau macht sich langsam, aber sicher einen Namen unter den kleinen, alternativen Festivals. Mit nur wenigen Headlinern, vielen unbekannten Gruppen und ebenso vielen Nachwuchsbands auf der kleinen Talentbühne schafft es das sympathische Openair auch dieses Jahr wieder alle Tickets weg zu bringen.
Zwar fehlt es dem Festivalgelände noch an Charme: Das Bühnenareal wirkt eng und düster – die geschmacklose schwarze Einzäunung, die Nichtzahlenden die Sicht auf die Bühne versperren sollte, dient eher als übergrosses Pissoir. Sein Zelt stellt man zwischen Strasse und Fussballfeld auf, was auch nicht wirklich zu einer gemütlichen Festivalstimmung beiträgt.
Nachdem am Freitag „Wir sind Helden“ nach Lustenau lockten, sind es am Freitag Ska-P. Die Spanier befinden sich diesen Sommer auf Abschiedstournee – danach folgt eine Pause auf unbestimmte Zeit.
Bevor aber Schluss ist, lassen sie noch ein Mal eine energiegeladene Ska-Party steigen. Los geht’s mit „El Gato López“, der Geschichte über ihr Maskottchen - dem Kater aus der Arbeiterklasse, der am liebsten Ska tanzt. Die Stimmung steigt von null auf hundert: es wird Pogo getanzt, ob alt oder jung, ob Ska-Fanatiker oder Indierocker – bei Ska-P hält es keiner ohne Tanzen aus. Danach folgen die bekannten Hits wie „Romero El Madero“, dem bestechlichen Bullen, „Planeta Eskoria“, der Planet des Abschaums und „Vergüenza“, dem Antistierkampf-Song. Wie üblich bei Ska-P wird die Aussage eines Songs mit Theatereinlagen verstärkt. So spielt Pipi den übergrossen Onkel Sam mit der Sense bei „Tío Sam“, den verleugneten Wahrsager bei „Casposos“ oder die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl zu „Welcome To Hell“.
Wie es sich bei einer Abschiedstour gehört, spielen Ska-P zur Freude vieler langjähriger Fans ihren ältesten Song überhaupt: „El Hombre Resaka Baila Ska“ vom ersten Album. Das anfänglich vermisste „La Estampida“ findet doch noch seinen Platz auf der Setlist und „Canabis“ wird natürlich auch noch gespielt – sogar mit neuem Intro à la Bob Marley.
Und um auf dem Höhepunkt auf zu hören, folgt zum Schluss ein Medley aus den grössten Hits. Wirklich ein würdiger Abschluss eines genialen Konzertes. Von Ska-P ist man sich ja auch nichts anderes gewohnt. Jedenfalls werden wir unsere Lieblings-Ska-Band in bester Erinnerung behalten.
Nicht für alle von Ska-P ist mit dieser Tour die musikalische Karriere beendet. Gitarrist Joxemi spielt zusammen mit der Sängerin von „Le Bambole Di Pezza“ straighten Punk-Rock in einer Band namens „No Relax“ und Showman Pipi singt bei „The Locos“.
Und wer weiss, vielleicht können sie’s nicht lassen und wir dürfen wieder einmal mit dem Kater López tanzen! |
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| Robin Loop [robin@ska-p.ch] |
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| Ska-P in Lindau, 05.12.2003 |
Ska-P touren ja wirklich ununterbrochen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder mal in der Nähe zu sehen waren. Diesmal, Freitagabend im Dezember, in Lindau.
Der Vaudeville Club war schon seit langem ausverkauft. Trotzdem standen unzählige ohne Ticket draussen in der Kälte rum. Einige wenige schafften es noch irgendwie, reinzukommen. Trotz der langen Wartezeit bei der Ticketkontrolle blieb das internationale Publikum, welches aus Deutschen, Österreichern und Schweizern bestand, anständig ruhig.
Für mich war es der erste Besuch im Vaudeville. Es wird aber sicher nicht der letzte gewesen sein, denn die schöne Atmosphäre und die bekannten Bands, die hier auftreten werden, sprechen ganz klar für ein Wiederkommen.
Vorband an diesem Abend war die österreichische Punk-Formation „Cashless“. Sie boten Streetpunk à la „Bombshell Rocks“ und beehrten ihre schwedischen Vorbilder auch mit einem Coversong, nachdem sie etwa 10 eigene Songs zum Besten gegeben hatten. „Cashless“ war ohne Zweifel ein würdiger Auftakt und sie werden sicher noch von sich hören lassen.
Um halb elf war Ska-P an der Reihe. Ich muss glaub zum Konzert nicht viel sagen. Einfach die neue Live-CD rein, die Anlage voll aufdrehen und ihr wisst, worum es geht. Exakt die gleiche Setlist wie bei den bisherigen Konzerten, inklusive Ramones-Cover. Die rund 600 Zuschauer in der ausverkauften Halle gingen voll ab. Das Konzert verkam fast zu einem Stagedive-Wettbewerb. Praktisch jeder in der Halle, vom Punk über Girlie bis hin zum Opa sprang von der Bühne. Das Publikum wurde ganz zum Motto der neuen Scheibe „unkontrollierbar“. Nach circa zwei Stunden war fertig und Pipi verabschiedete sich mit „Thank you Austria“. Naja, laut Ska-P gibt es ja sowieso keine Grenzen mehr: „No fronteras, no banderas!!“ |
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| Robin Loop [robin@ska-p.ch] |
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| Ska-P in St. Gallen, 28.06.2003 |
Monatelang haben wir darauf gewartet! Nun war es endlich so weit. Das St. Galler Openair öffnete seine Tore. Auf uns warteten 3 Tage Musik und Spass. Nach zeitraubenden Vorbereitung hatten dann auch wir unser Lager in der 30'000-Einwohner-Zeltstadt aufgebaut. Wir rockten zu Bands wie The Datsuns oder den Queens Of The Stoneage. Unser persönlicher Top-Act war am Samstag an der Reihe. Um 15 Uhr sollte es losgehen; doch mussten wir uns bis um 17 Uhr gedulden, bis endlich Ska-P die Bühne betrat. Gerüchten zufolge soll die Band an der Grenze aufgehalten worden sein.
Hohe Temperaturen und trockene Luft hinderten niemanden daran, sich vom Zeltplatz vor die Hauptbühne zu schleppen. Erstaunlich viele wollten Ska-P nicht verpassen. Pünktlich betrat Luismi die Bühne und legte mit einem typischen Ska-Beat los. Dann die Gitarre und die Bläser. Und auf ein lautes "Are you ready?" von Pulpul gings mit "La Estampida" los. Ein riesengrosser Pit bildete sich; ja sogar in den hintersten Reihen skankten sie mit! Bei "El Gato López" erhöhte sich die Temperatur nochmals um 10° und riesige Staubwolken bildeten sich. Die acht Madrilenen rissen alle mit. Alle Hits wurden gespielt und eine geniale Show geboten. Beim "Walzer der Arbeiter" sollte das Publikum singen. Leider war nicht viel zu hören. Irgendwie kannten doch nicht alle die Ska-P-Texte auswendig. Dann folgte wie gewohnt ein gute Mischung aus neuen Songs und alten Hits: "Welcome To Hell", "Planeta Eskoria", "Tío Sam" und "Casposos". Nach gut einer Stunde wurde "Cannabis" gespielt. War das bisher nicht immer der letzte Song?
Ja, und so war es auch in St. Gallen. Keine Zugabe wurde dem Publikum geboten. Nur noch die obligate Stripeinlage Pulpuls und dann war leider Schluss. An einem Openair steht halt für alle Bands gleich viel Zeit zur Verfügung, ob Ska-P oder irgendeine Ländlerformation.
Ska-P rockte wirklich, bot eine geile Show und war wie immer Garant für eine geniale Stimmung. Auch wenn nicht alle Hits gespielt wurden und von der Band nicht die Überzeugung ausging, wie man sich gewohnt ist, war dieser Samstagnachmittag das Highlight des Openairs. Und vielleicht waren viele froh, dass die Show nicht allzu lange dauerte. Denn schliesslich freuten sich alle wieder auf den gemütlichen Zeltplatz mit mehr oder weniger kühlem Bier und einem beruhigenden Joint. |
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| Robin Loop [robin@ska-p.ch] |
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| Ska-P in Chiasso, 27.04.2003 |
| Lohnt sich die lange Fahrt von St. Gallen nach Chiasso, um an einem Frühlingssonntagabend ein Konzert von Ska-P zu besuchen? Mit dieser Frage schlugen wir uns seit Tagen rum. Aber da Ska-P ja nicht einfach irgendeine Band ist, fuhren wir los!
Wir wussten, dass das Konzert in einer Eishockeyhalle mit unaussprech- barem Namen stattfindet. Wahrscheinlich mal wieder stundenlanges Suchen nach der Location. Nichts dergleichen! Dank ausreichender Beschilderung standen wir schon viel zu früh vor dem Stadion. Der grosszügig angelegte Eingangsbereich erinnerte eher an ein Rolling Stones-Konzert als an eine Punk-Party.
Um halb sechs war es dann soweit - Türöffnung. 77-Punks, NOFX-T-Shirt-Träger, ja sogar ganze Familien betraten die Arena, in der Ska-P in ein paar Stunden 1000 Leute begeistern wird. Natürlich waren auch die süssen 16 jährigen Modepunks vertreten. Wie sollte es an einem Ska-P-Konzert auch anders sein.
Das Line-Up versprach einiges. Gleich drei Vorbands sollten die Zuschauer aufheizen. Vad Vuc, Le Bambole di Pezza und Peacocks. Wobei ich von den ersten beiden noch nie was gehört hatte.
Die Halle war bereits gefüllt, als Vad Vuc die Bühne betraten. Mit Geige, Handorgel und Piccolo erinnerten sie mehr an einen Rednex-Verschnitt, als an eine Ska-Punk-Band. Und als sie mit einer italienischen Version von Cotton-Eye-Joe das Konzert eröffneten, bestätigten sie die zuvor geäusserte Befürchtung. Dem schweiz-italienischen Publikum schien es allerdings zu gefallen und die Party konnte beginnen. Ich brachte die Zeit mit Zigaretten und Bier durch. Als Vad Vuc nach zwei Zugaben endlich die Bühne verliessen und der mit der Zeit unerträglichen Volksmusik ein Ende setzten, war bereits die nächste Band bereit: die Frauen-Punk-Band, oder offiziell "Rock'n'Roll Girls Attack", Le Bambole di Pezza. One, two, three, four und sie rockten im Stile von Clash und Sex Pistols. 77er-Punk vom Feinsten. Die Zuschauer zeigten sich aber überraschend unbeeindruckt: Null Pogo. Vielleicht würde sich dies ja bei den Peacocks ändern. Immerhin hatte ich sie schon zwei Mal gesehen und jedes Mal gings mächtig ab. The Peacocks rockten wirklich, doch die Zuschauer nicht. Aufmerksames Zuhören wie an einem Klassik-Konzert. Es ist wahrscheinlich nicht das einfachste, Vorband von Ska-P zu sein. Aber jetzt genug Gelaber: Ska-P betraten die Bühne. 2 Sekunden und die Halle stand Kopf. Skanking und Pogo in der ganzen Halle. Auf "La Estampida" folgte "El Gato Lopez", die Stimmung war nicht mehr zu überbieten. Die rund 1000 Fans waren von der explosiven Ausstrahlung der 6-köpfigen Band überwältigt. Pulpul und seine Kollegen boten die geilste Show. Die politische Aussage wurde zu jedem Song durch Theatereinlagen näher gebracht. Vom 3 Meter grossen Uncle Sam, beim anti-amerikanischen "Tío Sam" über die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl bei "Welcome To Hell" bis zum spanischen König bei "Simpático Holgazán" wurde alles geboten. Natürlich fehlten auch die Mitsing-Hits "El Vals Del Obrero", "Planeta Eskoria" und "E.T.T.s" nicht. Eher ungewohnt für Ska-P die Cover-Versionen von "Blitzkrieg Pop" und "Highway To Hell" von den Ramones und AC/DC. Als Tribut für Carlo Guiliani wurde "Solamente Por Pensar" auf Italienisch gesungen. Zwischen den Liedern kamen die anarchistischen Statements natürlich nicht zu kurz: "José Maria y Tony Blair, a la mierda! George Bush, assesino!!" oder "Hasta la victoria siempre!" wurden im Chor gebrüllt. Nach gut 90 Minuten verabschiedete sich Ska-P. Doch etwas fehlte doch noch! Die Fans skandierten es schon: Cannabis, Cannabis!!! Natürlich liessen es die Spanier bei den Zugaben nochmals ordentlich krachen und spielten zum Schluss noch ihren grössten Hit. Nach einer erotischen Stripeinlage des Sängers war endgültig fertig.
Eine bessere Ska-Punk-Party kann man sich nicht vorstellen. Ska-P haben wieder einmal bewiesen, dass ihr Ruf als beste Live-Band durchaus berechtigt ist. Wirklich total nass geschwitzt und ausgepowert machten wir uns auf den Heimweg. Natürlich mit den Gedanken schon beim St. Galler Openair, wenn uns Ska-P wieder begeistern wird. |
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| Robin Loop [robin@ska-p.ch] |
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